hack an app goes IoT

Tippwischen unsere Kinder nicht bereits genug über Bildschirme? Sicher – aber wissen sie dabei auch, was sie tun? Genau dieses grundlegende Wissen ist es, das mit den «hack an app»-Kursen vermittelt werden soll. Dort werden die Kinder in spielerischer Weise mit grundlegenden Prinzipien der Informatik vertraut gemacht. Gemeinsam arbeiten sie beispielsweise daran, einem von Hindernissen umgebenen Roboter einen Weg zu bahnen. Jeweils ein Kind schlüpft in die Rolle des Roboters auf dem Spielfeld, die anderen geben Steuerkommandos: nach vorne, nach hinten, Drehung. Um also die Idee des Programmierens zu erklären, ist nicht einmal ein Computer nötig. Natürlich geht dabei vieles daneben: Weil sich jemand bei der Schrittzahl verzählt hat, marschiert Kollege Roboter über den Rand des Spielfelds hinaus. Oder läuft, unter lautem Gelächter der Gruppe, wegen eines verfrühten Abbiegebefehls in ein Hindernis. Nun begreifen die Kinder, dass ein Computer seine Befehle wörtlich nimmt – weshalb man alles ganz genau erklären muss.

Das Internet of Things ist ein wichtiger Teil der Kurse

Im innovativen Umfeld der IT-Industrie ist jedoch wenig von Dauer. Neueste Trends und Entwicklungen wie das Internet of Things, also die zunehmende Vernetzung von alltäglichen Dingen, finden sich daher im «hack an app»-Kursprogramm 2016. Der Fokus wird konsequent darauf gelegt, das Thema erlebbar und anfassbar zu machen. So können die Schüler mithilfe der Virtual-Reality-Brille «Cardboard» aus Karton erste Schritte im virtuellen Raum gehen, müssen im Teamwork einen Marshmallow möglichst hoch auf einen Spaghettiturm setzen, oder können ihren Herzschlag drahtlos an einen pulsierenden Würfel schicken.

In der Schweiz fällt der Informatikunterricht bislang nicht annähernd so unterhaltsam aus. In der Schule kommen bei weitem nicht alle Kinder in den Genuss einer strukturierten Informatikausbildung: An den allgemeinbildenden Schulen ist der Unterricht nirgends obligatorisch, selbst an den Gymnasien nur freiwillig. Inhaltlich setzt jeder Kanton einen anderen Schwerpunkt.

Bildungsexperten fordern schon länger, jungen Menschen frühzeitig die Grundlagen des Computers zu vermitteln. Die Kinder sollen nicht inmitten von Gerätschaften aufwachsen, die ihnen mangels Ahnung wie reine Magie vorkommen. Nach Ansicht von Thomas Wüst, CEO der ti&m AG, ist in den letzten Jahren leider zu wenig passiert – schon 2011 für ihn Grund genug, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und die Kursreihe hack an app ins Leben zu rufen.

Junge Menschen lernen die Grundlagen des Programmierens

«Natürlich müssen nicht alle Kinder programmieren lernen», so Wüst. «Wichtig ist uns aber, dass sie einen Bezug zur Informationstechnologie bekommen und nicht denken, dass das nur Sonderlinge verstehen. Denn eines ist sicher: Ob Arzt, Handwerker oder Manager – an Informatik und ihren Anwendungen kommt kein Mensch mehr vorbei.» Und er ist überzeugt: «Kindern liegt die methodische Art zu denken nicht fern. Wenn sie Kästchen auf den Boden malen und pedantisch von Feld zu Feld hüpfen, folgen sie bereits, ohne es zu wissen, einem Algorithmus.»

Bei hack an app geht es darum, diesen spielerischen Bezug zur Informatik zu fördern und den Kids den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. «Heute ist es wichtig, ein guter Teamplayer zu sein. Das gilt natürlich nicht nur in der Informatik.»

Auch deshalb richtet sich der Fokus der hack-an-app-Kurse gerade nicht darauf, Befehle akkurat bis zum letzten Komma abzutippen. Stattdessen stecken die Kinder ihre Smartphone-Apps aus ungeheuer flexiblen Logikbausteinen zusammen – fast wie beim Lego spielen. Die Programme lassen sich schon während des Experimentierens erproben und können anschliessend blitzschnell auf dem eigenen Telefon ausprobiert werden.

Und das Ergebnis einer «hack an app»-Kurswoche? Nun, die Kinder und Jugendlichen werden nach dem Kurs nicht weniger tippwischen, sondern dies bewusster tun. Natürlich werden wir nicht aus jedem Teilnehmer einen Hacker machen. Ein echter Erfolg ist für uns aber, wenn die Teilnehmer aus der Rolle des reinen Technologiekonsumenten heraustreten und beginnen, kreativ mit den Möglichkeiten umzugehen und Dinge zu hinterfragen. Insofern werden die Teilnehmer der «hack an app»-Kurse die besten Botschafter eines entspannten Umgangs mit den neuen Technologien sein. Denn, ob Neues entwickelt wird oder ob Bestehendes hinterfragt wird: Kompetenz ist in jedem Fall die Basis.

Auch an den Informatiktagen wird stark auf «hack an app» Bezug genommen. An den Informatiktagen werden Führungen durch die ti&m angeboten, währenddessen verschiedene Posten im Stil des Jugendförderprogramms besucht werden können. Zu den Themen gehören zum Beispiel das Internet der Dinge und 3D-Druck.