1./2. Juni 2018

Man Machine Game

Referat von Prof. Dr. Margarete Jahrmann, Game Design/ Zürcher Hochschule der Künste (CH)

Zum Thema «Brain Scans als Man Machine Game: Spiel als Methode künstlerischer Forschung»

Sowohl in der Life-Style Medizin als auch in neurowissenschaftlicher Forschung spielen die aus funktionalen Hirnscans gewonnen Daten eine zunehmende Rolle. Damit verbunden sind gesellschaftliche Spekulationen individueller und sozialer Optimierung, eine notwendige philosophische Kritik zunehmender freiwilliger Selbst-Optimierung und Kontrolle in sozialen Netzwerken. Fragen nach der Interpretationsmacht solcher Daten sind mit anderen Szenarien der Überwachung vergleichbar, nämlich jene seit dem kalten Krieg etablierte Form des geheimen Mit-Lesen von Daten und Kommunikation über Satellitenantennen.

Als mögliche Form der kritischen Fragestellung werden im Vortrag künstlerische Arbeiten zu funktionalen Brain-Scans gekoppelt an Computerspiele als Schnittstelle gezeigt. Die Gamifikation von Experimentalsystemen ist ein Thema in naturwissenschaftlicher, technischer und künstlerischer Forschung. Spiel und Spieldynamiken helfen auch in der Inszenierung wissenschaftstheoretischer Fragestellungen. – denn zu guter Letzt geht es immer darum welche Bedeutung und Rollen den maschinischen Schnittstellen und Rechensysteme und der gesellschaftlichen Auslegung der gewonnenen Daten zugeordnet und zugestanden wird.

In einer Präsentation werden Dokumentationen von Neuro-Games gezeigt, die Jahrmann und Kollegen im Jahr 2016/17 entwickelt und als internationale Performances aufgeführt haben. Teil des Vortrags wird ein Pre-Screening des in der Connecting Spaces Gallery Hongkong im Juni 2017 gezeigten poetischen Films „brainreading- thought control“ zur Technohistorie des Gedankenlesens sein.